Land

Im Sommer 2013 hatte ich geplant, Chiasso zum Ausgangspunkt meiner neuen freien Arbeit LAND zu machen. Eine Frau, die ich kurz zuvor kennengelernt hatte, liess mich am Tag meiner Abreise jedoch eine andere Route wählen. So fuhr ich mit dem Zug, statt südwärts in die entgegengesetzte Richtung, nach Basel.

Nach einem lauschigen Sommerabend am Rhein, wollte sie mir spätnachts auf dem Nachhauseweg im Kleinbasel etwas zeigen. In unmittelbarer Nachbarschaft zu ihrer Wohnung war da diese riesige Blutlache auf dem Bürgersteig. Nicht mehr in rot, jedoch noch ganz gut zu erkennen. Dazu die weissen Kreidezeichen, die in diesem idyllischen Quartier im Kleinbasel um die Kontur des toten Menschen gezeichnet wurde. Informationen der Polizei zufolge wurde der ältere Mann an diesem Samstag kurz nach 9 Uhr mit schweren Schussverletzungen aufgefunden. Er verstarb noch an Ort und Stelle. Hinweise auf Dritteinwirkung bzw. einen Unfall lagen nicht vor.

Das Umgehen und Aufbrechen der lauernden Klischees, die Absicht einer persönlichen Sichtweise auf die Schweiz sind der Antrieb hinter dieser Arbeit. Das Grenzgebiet dient mir dabei als Anhaltspunkt um mich entlang dem Land fortzubewegen. Dort wo sich das Selbstverständnis der Schweiz auflöst, im Grenzgebiet, nehme ich nicht das klar Sichtbare mit. Anstatt die Grenze abzubilden, soll sie als Metapher erscheinen in Form der persönlichen Grenzen, die wir oftmals nicht beeinflussen können.

2013 – fortlaufend

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I had initially planned to make Chiasso the starting point of the project LAND. A woman I had met shortly before made me change my itinerary one day ahead of my departure. That’s why I was sitting in the train not heading south but in the opposite direction, to Basel.

After a dreamy summer evening on the Rhine, late at night, there was something she wanted to show me on the way home. There was this huge puddle of blood on the sidewalk. It wasn’t red anymore, but it was still very clearly visible. And there were the white chalk lines tracing, in the quaint Kleinbasel neighborhood, the outlines of a person. According to police information, an elderly man with serious gunshot wounds was found on Saturday shortly after nine. He died in that same spot. There were no signs pointing to third party intervention, resp. an accident.

Dodging and breaking up lurking clichés, striving to create a personal vision of Switzerland, that is what motivates this project. I use the border area as my point of reference in moving along the country. There where Switzerland`s self image begins to dissolve, along the borders, I do not take with me that which is clearly visible. Instead of making the border apparent, I want it to emerge as a metaphor for our own personal limits that we are exposed to and that, very often, we have no influence on.

2013 - ongoing

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